Look back…

Der Trailer zum Festival Sinema


by Zoé Achermann


„Es gibt kein zufälliges Treffen. Jeder Mensch in unserem Leben ist entweder ein Test, eine Strafe oder ein Geschenk!“


Das Festivalbooklet: Link

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Rückmeldung von Rolf Murbach (E-Mail, 5. November 2017, 15:51 Uhr)

Liebe Vera, Urs, Andreas
Danke, dass ihr dieses wunderbare Festival organisiert habt, es war grossartig. Nun, auf der Heimreise, voller Eindrücke, in Gedanken an die Filme, die vielen schönen Momente, die Begegnungen und das Glück, sich ein paar Tage aus dem Alltag auszuklinken. Der letzte Film war für mich unglaublich, ich bin immer noch ein wenig wie in Trance. Dieser Film hat mich tief berührt, weil er so vieles zeigt, was im Leben wichtig ist, eine wunderbare Liebe, all die Menschen, die zu einem gehören, die Trauer, Familie, das Auf und Ab, unglaublich komische Momente und so viel Witz. Ich lachte laut (was mir bei einem Film selten passiert) und dann weinte ich wieder. Ja, man weiss nie so genau, was es ist, was einen nun wirklich berührt: grosses Glück, eine Sehnsucht, die Beziehung zwischen Vater und Sohn, eine Familie, die wächst, wie man sich für einen Menschen entscheidet, mit dem man vielleicht sein  ganzes Leben verbringt und anderes ausschliesst. Oder die Szene mit dem Onkel, der sagt: Als er (der Vater) mir sagte, ich liebe dich, das war der schönste Moment meines Lebens. Ja, die Figuren in diesem Film sind so wunderbar skurril und liebenswürdig. Dieser Film ist wunderbar, weil er das ganze Leben ist. Ich werde ihn bald einmal mit Regula, Luisa und Sofia anschauen.
Als ich am Ende der Veranstaltung die Augen schloss, da dachte ich an zwei Momente. An den Schluss von Broken Circle – ein wuchtiger Film, du hast nicht zu viel versprochen, Urs – an das letzte Tattoo von Elise: Alabama/Monroe, was etwas Versöhnliches hatte. Alles verloren, alles ist anders, aber in einer Weise sind wir doch zusammen. Sie hat gesagt: Didier, es war zu schön, es war ein Traum, es konnte nicht immer so weitergehen.
Weshalb sind wir glücklich, berührt, auch wenn wir ganz traurige Filme sehen? Ich frage mich das immer wieder. Vielleicht leben wir in diesen Filmen eine Intensität, die wir uns in unserem Alltag nicht zugestehen, weil wir pflichtbewusst sind, weil wir auf Sicherheit bedacht sind, weil wir nicht alles verlieren wollen (und natürlich weil 10 Jahre in zwei Stunden stattfinden 🙂 Und dann in diesem Filmen: das volle, ganze Leben.
Darüber habe ich mit Martin (Architekt Sihlpost), seiner Frau Katrin und Heini nach dem Film gesprochen. Die bedrückte Stimmung nach der Vorführung erinnerte mich an eine Abdankung. Jeder war ganz bei sich, ein wenig betreten, traurig, überwältigt, und das war auch schön. Und dann haben wir eben über das unendliche Unglück gesprochen, was es heisst, die eigene Tochter, den eigenen Sohn zu verlieren. Was diese Trauer bedeutet, auch für das Paar, weil nun alles anders ist. Wir waren sehr engagiert in diesem Gespräch, und auf einmal haben wir auch wieder gelacht, haben über Heinis Matterhorn-Besteigung gesprochen, wie einfach und doch schwierig der Berg ist. Ich sagte, ich hätte Angst, auf einem Grat zu gehen, links der Abgrund und rechts der Abgrund, aber ohne Abgrund würde ich leicht auf einem schmalen Brett gehen, es ist also die Angst, die uns hindert. Man müsse nur üben, sagte Heini, und wie gesagt, wir haben wieder gelacht.
Das war das andere sehr Schöne an diesen drei Tagen. Ich bin vielen liebenswerten und spannenden Menschen begegnet, ich kam leicht ins Gespräch und es war erstaunlich und eine grosse Freude, was für eine bunte Truppe ihr hier zusammen gebracht habt. Ja, die Menschen waren genau so wichtig wie die Filme.
Und Heini, der Walliser Geschichtenerzähler und Dozent, der 28 Jahre in Zermatt und 28 Jahre Bern gelebt hat. Auch das war Kino – und wieder mal ein Lob auf die Sprache und gute Geschichten – ich sehe, wie Mark Twain 1870 oder wann es war mit diesem ganzen Konvoi auf den Gornergrat wanderte (6 Tage, mit vielen vielen Schirmen), ich sehe Heini, vor seinem Haus spielen, wie er es sich mit seinen Kameraden in den Kutschen gemütlich machte, in Polstern hauste und Angst hatte vor der grossen Lawine. Ich sehe die beiden Ärzte (einer mit Drähten, der andere mit Nägeln), die Burger und Bürger, die Seiler, die aus dem Goms kamen und Hotels bauten. Und ich sehe seinen Vater, den Concierge, wie er in der Reihe stand in der Eingangshalle des Hotels National und von einem Gast zwei  Franken bekam. Eine andere Zeit, es ist noch gar nicht so lange her. Wir haben sie auch erlebt.
Beim Mondfilm habe ich mich ausgeklinkt, ich wollte über touching the void nachdenken und wollte ein wenig durch die Herbstlandschaft gehen. Ich streifte durch das Dorf, kam nach Winkelmatten, begegnete anderen Spaziergängern und liess dieses unsägliche Abenteuer der beiden Alpinisten nochmals Revue passieren: was für ein Mut, was für ein Irrsinn, was für ein Wille. Es wollte nicht werden, und auch hier war es spannend zu sehen, wie wir oder ich auf einen solchen Filme reagieren.  Wir wussten ja, dass alles gut wird. Wir sahen die beiden immer wieder beim Kommentieren, gesund, kaum versehrt. Und doch war da dieser Sog, der einen ins Geschehen riss, und da war auch diese Angst: Schaffen sie es? Wir sind hier fast ein wenig gespalten: was wir wissen und was wir erleben, und manchmal ist eben das Erleben stärker alles jedes Wissen. Wir sind ihm ausgeliefert – was auch ein Glück ist. Denn sich fallen lassen ist gut. Ja, vielleicht ist es das, was uns Filme (und auch Literatur) ermöglichen.
Sog. Der Trailer von Zoé (grosses Kompliment, ich habe es ihr gesagt) hat diesen Sog. Ich habe ihn mit meinem Handy aufgenommen. Wenn es in meinem Leben langweilig wird, schaue ich ihn mir an. Schicksal und das ganze Leben: reduced to the Max.
Als ich in Eile das Kino verliess, da schneite es, und irgendwie war das schön. Fast ein wenig wie in einem Traum, auch ein wenig unwirklich. Ich zog meinen Koffer zum Bahnhof, die nassen Flocken schlugen mir ins Gesicht. Gerne hätte ich einen Kaffee getrunken und eine Zigarette geraucht und über den Platz geschaut. Aber da war schon mein Zug. Ich stieg ein, erfüllt von Leben und dachte: All about time.
Ich danke euch herzlich für diese wunderbaren Tage, für die perfekte Organisation, die vielen liebevollen und professionellen Details (Booklets, Nastücher, Gummibärli) und natürlich für diese grossartigen Filme.
Hasta luego, herzlich
Rolf, Journalist/Dozent


Ein spezieller Song in einem ganz speziellen Film: If I needed you

 



„Ganz herzlichen Dank für die feinfühlige Einführung, die kluge und überlegte Auswahl, die spritzigen Kurzinterviews, der sorgfältig und pointiert produzierte Trailer – das war alles in sich schon sehr rund und überzeugend! Also: Da capo!“ (Peter Kohlhaas)


„Herzlichen Dank nochmals für den wunderbaren Event! Ich hatte viele tolle Momente und Begegnungen – grossartig!“ (Michael Matt)


„Ein wunderbares Wochenende liegt hinter mir und trägt und inspiriert mich in dieser neuen Woche! Nochmals ganz herzlichen Dank für den tollen Event, den ihr mit viel Liebe zum Detail gestaltet und vorbereitet habt! Freue mich schon auf Festival Sinema 2.0!“ (Priska Fuchs)


Nochmals herzlichen Dank für das inspirierende Zermatt-Sinema-Weekend! Es war alles zusammen: Frischluft für die Stadtlungen, frische Bekanntschaften, frische Gedanken über Lebens- und Schicksalszusammenhänge, frische Anregungen für den folgenden Alltag. Und am Ende mischten sich filmische Impressionen mit leuchtenden Lärchenwäldern, Figuren aus London und Belgien mit Menschen aus Luzern und Zürich, blauer Himmel über Cornwall mit blauem Himmel über dem Gornergrat. Wunderbar. (Beat Reck)


Ein kleines Highlight des Festival Sinema, welches aber wegen engen zeitlichen Übergange kaum Beachtung fand…

Musik: Space Oddity by David Bowie (Vater des Regisseurs von Moon, Duncan Jones)


„Zum Glück hat mich Priska gefragt, ob ich sie zu diesem Festival begleiten möchte – sonst hätte ich einen super Event verpasst. Ich bin hell begeistert von eurer Idee, eurem Engagement und Herzblut aber auch von der Atmosphäre, dem Kino, den Filmen und den «Zermattern», die uns den Ort etwas näher gebracht haben.“ (Maggie Pfister)


How long will I love you (zwei Versionen): Fernando Freiria und Elli Goulding


Ein Klick auf Eure Homepage und ich kann unter „Look back“ wieder eintauchen in dieses einmalige Erlebnis: intensiv, emotional, mystisch, beklemmend, überraschend, berührend, mitreissend….. Danke für diese tolle Auszeit! (Marianne Montoya)